Hernienchirurgie – Narbenbruch (Narbenhernie) wirksam behandeln
Was ist ein Narbenbruch?
Ein Narbenbruch – medizinisch Narbenhernie genannt – ist eine Bauchwandhernie, die im Bereich einer früheren Operationsnarbe auftritt. Dieser Eingeweidebruch entsteht durch eine mangelhafte Festigkeit der Bauchdecke und der Narbe nach einer vorausgegangenen Bauchoperation. Der Narbenbruch zählt zu den häufigsten Spätkomplikationen in der Bauchchirurgie – etwa 20 % der Patienten entwickeln nach einem operativen Eingriff im Bauchraum eine Narbenhernie.
Ursachen einer Narbenhernie
Nach abdominalchirurgischen Eingriffen kann sich das Gewebe der Bauchdecke unvollständig regenerieren. Faktoren wie Wundheilungsstörungen, Infektionen, Übergewicht oder körperliche Belastung begünstigen die Entstehung eines Narbenbruchs.
Therapie: Wie wird ein Narbenbruch behandelt?
Die einzige effektive Behandlung eines Narbenbruchs ist die chirurgische Versorgung durch erfahrene Spezialisten in der Hernienchirurgie.
Ziel der Operation ist die Rückverlagerung des Bruchinhalts in die Bauchhöhle und der dauerhafte Verschluss der sogenannten Bruchpforte. Moderne Verfahren setzen fast ausschließlich auf den Einsatz von nicht-resorbierbaren Kunststoffnetzen, um eine stabile Verstärkung der Bauchwand zu erreichen. Klassische Nahttechniken ohne Netz gelten heute als veraltet und werden nur noch in Ausnahmefällen angewandt, da sie mit einer hohen Rückfallquote (Rezidivrate) von über 50 % einhergehen.
OP-Methoden in der modernen Hernienchirurgie
Die Wahl der optimalen Netzposition und des Zugangswegs (offen oder minimal-invasiv) erfolgt individuell. Entscheidungsgrundlagen sind:
- Größe und Lage des Bauchwanddefekts
- Voroperationen & Narbenverläufe
- Allgemeinzustand und Risikoprofil des Patienten
Dank moderner Hernien-OP-Techniken kann die Rückfallrate deutlich reduziert und die Stabilität der Bauchdecke nachhaltig wiederhergestellt werden.
